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STIFTUNG FÜR KONKRETE KUNST ROLAND PHLEPS
FREIBURG-ZÄHRINGEN, POCHGASSE 73
 
 

 

Aus: Badische Zeitung vom 03.01.2006

Von Hans-Dieter Fronz

 

Lichtbahnen, Segel aus Metall

Neues von Roland Phleps in der Stiftung für Konkrete Kunst

Roland Phleps ist kein Lichtkünstler im eigentlichen Sinn, aber Licht spielte und spielt in seinen Werken eine wichtige Rolle. Nicht umsonst ist er mit einigen Stahlskulpturen zurzeit in einer Ausstellung der Dresdener Universitätssammlungen vertreten, die das Licht in der Kunst zum Thema hat - neben so renommierten Künstlern wie Heinz Mack, Günther Uecker und Rupprecht Geiger. Es wäre vielleicht zu viel gesagt, wollte man behaupten, die metallischen Lichtreflexe hauchten den Stahlskulpturen erst das Leben ein, das sie vielmehr häufig schon aus der tänzerischen Bewegtheit der Form beziehen. Und doch büßten die Skulpturen viel von ihrer anmutigen Eleganz ein, reduzierte man sie um diesen wesentlichen Aspekt auf die bloße Form.

Was sich aufs Neue an einer Skulptur beobachten lässt, die Phleps in Anlehnung an Henry Moore mit "Liegende" betitelt hat. Eine längliche und leicht spiralig verdrehte Form, die sich in der Mitte verjüngt, berührt an zwei Stellen den Grund, während sich die beiden Enden der Taille segelgleich wölben. Unabdingbar für die bewegte Anmut der Arbeit sind die zu Lichtbahnen wechselnder Helligkeit sich summierenden Reflexe auf dem graziösen Korpus der Skulptur. Entscheidend tragen sie dazu bei, der einfachen Geometrie der Form - es handelt sich hier um einen symmetrischen Kreisausschnitt - organische Lebendigkeit zu verleihen.

 

Roland Phleps - "Liegende. Hommage an Henry Moore"

"Liegende. Hommage an Henry Moore"
V2A, Roland Phleps 2005

Zu sehen ist die Arbeit in einer Ausstellung der Freiburger Skulpturenhalle der Stiftung für Konkrete Kunst, die die Ernte ausbreitet, die der rührige Künstler und Kunstvermittler in der jüngsten Vergangenheit eingefahren hat. Im Rückbezug auf Früheres zeigt sie eine deutliche Entwicklung: die in Richtung einer wachsenden Komplexität. "Pas de deux" etwa, eine Arbeit von 1994 mit zwei parallel angeordneten, durch einen radialen Schnitt geöffneten Kreisscheiben, hat Phleps als Bezugspunkt jüngerer Plastiken in die Ausstellung integriert. Bei Letzteren nun sind die beiden Elemente der älteren Arbeit derart miteinander kombiniert, dass daraus nicht nur etwas vollkommen Neues entsteht, sondern nicht einmal ihre Identität mit den ursprünglichen Teilen ohne weiteres erkennbar ist.

Für einen Skulpteur wie Phleps ungewöhnlich komplex in der Form ist auch eine Reihe von Stelen. Eine mit regelmäßigem Sechseck als Grundriss ist aus quadratischen Modulen gebaut; eine andere aus Rechtecken, nicht minder vielteilig, arbeitet mit dem Goldenen Schnitt. Gerade auch in der kleinen Serie von Arbeiten aber, in denen sich Phleps auf eines oder wenige Elemente wie jenen Kreisausschnitt der "Liegenden" beschränkt, bewährt sich aufs Schönste sein formaler Erfindungsreichtum.

- Stiftung für Konkrete Kunst, Pochgasse 71, Freiburg.
Bis 5. März 2006 nach Vereinbarung: Tel. 07 61 / 5 41 21 oder 5 41 61

 

 
Roland Phleps:
Neue Stahlskulpturen 2005
Einladung
Wegbeschreibung
Bilder der Ausstellung

Pressebericht:
Lichtbahnen, Segel aus Metall
Von Hans-Dieter Fronz, Badische Zeitung, 03.01.2006

 
Konzert-Matinée mit Ulrike Schober
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